Nottbusch, Guido & Pauly, Dennis: Über die Häufigkeitsverteilung des Dehnungs-h und ihren Einfluss auf spontane Schreibungen in Pseudowörtern

Guido Nottbusch / Dennis Pauly (Universität Potsdam) Über die Häufigkeitsverteilung des Dehnungs-h und ihren Einfluss auf spontane Schreibungen in Pseudowörtern

 

Die Frequenz des Dehnungs-h im Vergleich zur Schreibung des Langvokals ohne Längungsmarkierung wird z.B. mit "in vielen, jedoch nicht in der Mehrzahl der Wörter" angegeben (Rat der deutschen Rechtschreibung 2006: 21). Mit einer Korpusanalyse anhand von CELEX kamen wir jedoch zu abweichenden Ergebnissen: Es ergaben sich insgesamt geringere Frequenzen für das Dehnungs-h sowie eine scheinbar chaotische Verteilung auf verschiedene Langvokal-Sonorant-Kombinationen. Anhand dieser Analyse überprüften wir, wie sich Frequenzen auf spontane Schreibungen von Pseudowörtern auswirken. Dazu wählten wir solche Kombinationen aus, die entweder fast ausschließlich mit Dehnungs-h (z.B. /eːl/) oder ohne (z.B. /eːm/) geschrieben werden. Die Pseudowörter wurden den Versuchspersonen diktiert und die Schreibungen wurden aufgezeichnet. Es zeigt sich, dass die Frequenz des Dehnungs‑h einen Einfluss auf die Schreibungen der Versuchspersonen hat, dieser aber durch die Länge der Silbenränder beeinflusst wird.

Literatur:

  • Baayen, R. H., Piepenbrock, R. & van Rijn, H. (1993). The CELEX lexical database [CD]. Philadelphia, PA: University of Pennsylvania, Linguistic Data Consortium.

Kontakt: gnott@uni-potsdam.de