Lindauer, Nadja: „Ich habe einfach aufgeschrieben, was mir alles in den Sinn kam“ – Wie schriftschwache Jugendliche beim Schreiben vorgehen

Nadja Lindauer (Pädagogische Hochschule FHNW, Brugg) „Ich habe einfach aufgeschrieben, was mir alles in den Sinn kam“ – Wie schriftschwache Jugendliche beim Schreiben vorgehen

 

Schreiben ist bedeutsam für den schulischen und beruflichen Erfolg. Gemäß Schulleistungsstudien (z.B. Neumann & Lehmann, 2008) verfügt ein gewichtiger Anteil der Jugendlichen jedoch nur über unzureichende Schreibkompetenzen. Dies dürfte mit ungenügend orchestrierten Schreibprozessen zusammenhängen, über die man aber noch zu wenig weiß (De Milliano et al., 2012).

Hier knüpft das Dissertationsprojekt an. Es untersucht die Vorgehensweise schriftschwacher Adoleszenter beim Schreiben. Zur Ermittlung der schwach schreibenden Jugendlichen wurde die Schreibleistung von 178 AchtklässlerInnen anhand einer Schreibaufgabe und einer Lehrpersoneneinschätzung erhoben. Basierend darauf wurden kriteriengeleitet 14 Jugendliche ausgesucht und ihre Schreibprozesse mit folgenden Instrumenten multidimensional erfasst: a) Videobeobachtung, Smartpen und lautes Denken synchron zur Bearbeitung einer Schreibaufgabe, b) Stimulated-Recall-Interview zeitversetzt nach der Aufgabenbearbeitung. Das Poster stellt die Instrumente, die inhaltsanalytische Auswertung und erste Befunde vor.

Literatur:

  • Neumann, A. & Lehmann, R. H. (2008). Schreiben Deutsch. In DESI-Konsortium (Hrsg.), Unterricht und Kompetenzerwerb in Deutsch und Englisch: Ergebnisse der DESI-Studie (S. 89–103). Weinheim/Basel: Beltz.
  • De Milliano, I., van Gelderen, A. & Sleegers, P. (2012). Patterns of Cognitive Self-Regulation of Adolescent Struggling Writers. Written Communication, 29(3), 303–325.

Kontakt: nadja.lindauer@fhnw.ch