Carl, Mark-Oliver: Kulturelle Meta-Modelle und literarische Interpretationsprozesse

Mark-Oliver Carl (Pädagogische Hochschule Weingarten) Kulturelle Meta-Modelle und literarische Interpretationsprozesse

 

Welche Vorwissensstrukturen werden in literarischen Interpretationsprozessen aktiviert? Die vorgestellte empirische Studie überprüft die Hypothese eines engen Zusammenhangs zwischen der Aktivierung kultureller Meta-Modelle – komplexer kognitiver Schemata, in denen unser Wissen über kulturelle Vorstellungen, Wert- und Normsysteme und Weltbilder anderer gespeichert sind –, und dem Auftreten literarischer Interpretationsprozesse. Die Überprüfung erfolgt anhand von Laut-Denk-Protokollen von je zwölf Schüler/innen zehnter Gemeinschaftsschulklassen und Bachelor-Studierenden zu zwei literarischen Kurzprosatexten. Die Zuordnung von Äußerungen zu Textverstehensprozessen orientiert sich an niederländischen Vorgängerstudien. Zusätzlich erfolgt auf zweiter Ebene eine Codierung der Aktivierung kultureller Meta-Modelle. Das Datenmaterial kann sowohl quantitativ – zur Überprüfung der Hypothese – als auch qualitativ – zur Entwicklung genauerer Hypothesen über das Zusammenwirken zwischen Schemata und Interpretationsprozesssen – ausgewertet werden.

Literatur:

  • Janssen, Tanja; Martine Braaksma & Gert Rijlaarsdam (2006): Literary reading activities of good and weak students. A think aloud study. In: European Journal of Psychology of Education (21: 1), 35-52.
  • van der Meulen, Dirk (2015): Activities of secondary and semi-expert university students during the reading of literary-historical and modern texts. A think-aloud study. Vortrag auf der 10. IAIMTE-Konferenz in Odense (DK), 03.06.2015.

Kontakt: carl@ph-weingarten.de