Wildemann, Anja: „Ich hab immer gedacht, Deutsch sei die Hauptsache.“ – Sprachreflexive Äußerungen als Erkenntnisäußerungen in mehrsprachigen Lernsettings

 

Dienstag, 20.9.2016

15:00-15:45 Uhr

Anja Wildemann (Universität Koblenz-Landau) „Ich hab immer gedacht, Deutsch sei die Hauptsache.“ – Sprachreflexive Äußerungen als Erkenntnisäußerungen in mehrsprachigen Lernsettings

 

Im Projekt „Sprachkompetenzen und Sprachbewusstheit“ werden Zusammen-hänge zwischen mehrsprachigen Sprachkompetenzen und Sprachbewusstheit von Grundschüler/innen (N=400) untersucht. Als Datengrundlage dienen Sprachprofile in der Erst- und Zweitsprache sowie elizitierte metasprachliche Handlungen (Akbulut et. al. 2015). Diese umfassen sowohl Sprach-reflexionen zwischen Schüler/innen verschiedener Sprachen als auch zwischen primärsprachlich deutschen Schüler/innen. Neben Mehrsprachigkeit ist Sprachbewusstheit das zweite komplexe Konstrukt im Projekt. Es wird davon ausgegangen, dass unterschiedliche Zustände von Sprachbewusstheit simultan wirksam sein können. Am Ende der Grundschulzeit lassen sich unterschiedliche Entwicklungsstände von Sprachbewusstheit rekonstruieren. Die sprachreflexiven Äußerungen haben über eine rein denotative Konzeption hinaus konnotativen Charakter (de la Combe 2007), der sprachbezogene Erkenntnisse mit Selbsterkenntnissen des Sprechers verbindet.

Literatur:

  • Akbulut, M.; Bien, L.; Reich H.-H.; Wildemann, A. (2015). Metasprachliche Interaktionen in mehrsprachigen Lernsettings – ein Projekt zur Sprachbewusstheit im Grundschulalter. Erscheint in: ide – informationen zur Deutschdidaktik. S. 116-125.
  • Judet de la Combe, P. (2007).Warum sich mit Sprache beschäftigen. Hildesheim: Olms.

Kontakt: wildemann@uni-landau.de