Lingnau, Beate/Mehlem, Ulrich: Sprechen über das Schreiben

 

Dienstag, 20.9.2016

14:00-14:45 Uhr

Beate Lingnau (Universität Bieldefeld) / Ulrich Mehlem (Goethe-Universität Frankfurt am Main) Sprechen über das Schreiben

 

In unserem Beitrag betrachten wir Rechtschreibgespräche in Einzelfördersituationen. In den Gesprächen soll eine metasprachliche Auseinandersetzung mit Wortschreibungen und somit ein dekontextualisierter Gebrauch von Sprache elizitiert werden. In unseren Analysen rekonstruieren wir mit der Methode der Gesprächsanalyse und unter Berücksichtigung formalsprachlicher Aspekte (Lingnau und Mehlem 2012, Mehlem und Lingnau 2012), ob und wie solche sprachstrukturellen Aspekte in der Interaktion gemeinsam als Lerngegenstand konstruiert werden können. Hierfür ist es nötig, vom sprachlichen Inhalt und seinem unmittelbaren Handlungskontext abzusehen und die Aufmerksamkeit auf die sprachliche Form zu richten. Somit steht die Einübung einer sprachforschenden Haltung im Vordergrund, mit deren Hilfe die Schüler/innen lernen „wie Wissenschaftler zu denken“, also bestimmte Phänomene ihrer Umwelt in ihrer Struktur und Gesetzmäßigkeit zu erfassen.

Literatur:

  • Lingnau, Beate; Mehlem, Ulrich (2012): Interaktive Entstehung von Wortschreibungen mehrsprachiger Kinder im ersten Schuljahr. Unter Mitarbeit von Maria Mochalova. In: Wilhelm Grießhaber und Zeynep Kalkavan (Hg.): Orthographie- und Schriftspracherwerb bei mehrsprachigen Kindern. Freiburg: Fillibach, S. 143–161.
  • Mehlem, Ulrich / Lingnau, Beate: „Ah da kommt ein ÄH.“ - Vermittlung basaler Schreibkompetenzen in der Zweitsprache Deutsch im Unterricht der Schuleingangsstufe, in: Ahrenholz / Knapp (2012) (Hrsg.): Sprachstand erheben - Spracherwerb erforschen. Stuttgart: Fillibach bei Klett, 131-154.

Kontakt: beate.lingnau@uni-bielefeld.de, Mehlem.uni-frankfurt.de