Gretsch, Petra/Sauerborn, Hanna: Von der sinnentleerten Wortart-Didaktik zur Sprachreflexion

 

Mittwoch, 21.9.2016

10:15-11:00 Uhr

Petra Gretsch/ Hanna Sauerborn (Pädagogische Hochschule Freiburg) Von der sinnentleerten Wortart-Didaktik zur Sprachreflexion

 

In Bildungsplänen und Lehrwerken hat die aktuelle Modellierung von Grammatik­unterricht in der Grundschule einen starken Fokus auf das Erlernen von Wortarten gelegt (v.a. Terminologien wie Nomen etc. auf der Grundlage semantischer Kategorien), was bereits vielfach theoriegeleitet kritisiert wurde. In einer qualitativen Studie wurden in einem triangulativen Forschungsdesign 15 Kinder mittels eines schriftlichen Fragebogens und Leitfadeninterviews und Studierenden zu deren Konzepten über Wortarten via Fragebogen befragt. Lehrwerke wurden im Hinblick auf die Präsentation von Wortarten analysiert. Die Auswertung der Daten zeigt bei den untersuchten Gruppen eine abrufbare Erstprägung, die systematisch auf eine falsche Fährte führt. Wir schlagen im Vergleich dazu einen progressionsorientierten Grammatikunterricht vor, der in der Grundschule nutzbringende sprachliche Reflexionsfähigkeiten anbahnt und so eine adäquate terminologische und klassifikatorische Grundlage für metasprachliches Lernen legt.

Literatur:

  • Hoffmann, L. (2009): Didaktik der Wortarten. In: L. Hoffmann (Hrsg.) Handbuch der deutschen Wortarten. Berlin / New York: de Gruyter. 925 – 952.
  • Granzow-Emden, M. (2002): Zeigen und Nennen. Sprachwissenschaftliche Impulse zur Revision der Schulgrammatik am Beispiel der „Nominalgruppe“. Tübingen: Stauffenburg.

Kontakt: petra.gretsch@ph-freiburg.de; hanna.sauerborn@ph-freiburg.de