Sektion 7: Sprachliche Reflexivität: Werkzeug oder kultureller Habitus?

Leitung: Reinold Funke, funke@ph-heidelberg.de Iris Kleinbub, kleinbub@ph-ludwigsburg.de Warum sich mit Sprache beschäftigen? Auf diese Frage – hier wiedergegeben in der Form, wie sie der französische Altphilologe Judet de la Combe gestellt hat – finden sich in Bezug auf den heutigen Deutschunterricht überwiegend zwei Antworten:
  • Eine instrumentelle: Metasprachliches Lernen trägt zur Entwicklung sprachlichen, jedenfalls schriftsprachlichen Könnens bei.
  • Eine kulturanthropologische: Metasprachliches Lernen trägt zur Verwirklichung des individuellen und sozialen Potentials von Menschen bei.
Beide Antworten scheinen auf den ersten Blick gegensätzlich zu sein. Naheliegend ist jedoch zu vermuten, dass jede von ihnen in sich nicht die abschließende Auskunft darstellen kann. Die Arbeit der Sektion könnte zur Vertiefung wie zur kritischen Relativierung, möglicher-weise auch zu einer Annäherung beider Sichtweisen führen. Dazu erscheinen insbesondere Beiträge zum Bereich der Sprachbetrachtung in seiner Weite geeignet, die
  • empirisch fundiert sind und dabei auf die Lernprozesse, die der Sprachunterricht an-zustoßen und zu begleiten vermag, fokussieren;
  • theoretisch fundiert sind und dabei zur begrifflichen Präzisierung von Annahmen über sprachliches Lernen als kulturelles Lernen beitragen;
  • beide Sichtweisen kritisch gegenüberstellen und dabei Einsichten in deren Möglich-keiten und Grenzen erbringen;
  • konzeptionell orientiert sind und sich dabei auf Kernbereiche des sprachlichen Lernens konzentrieren.
Literatur:
  • Judet de la Combe, Pierre (2007). Warum sich mit Sprache beschäftigen? Hildesheim: Olms.

Sektionsprogramm

Montag

10:15 bis 11:00 Uhr – Ann Peyer: Sprachreflexion - (innovative) Konzepte und ihre Begründungen

11:15 bis 12:00 Uhr – Jörg Kilian: Der Däne[NGr Nom] ist[Vfin] gemütlich[ADJGr]. Nationale Stereotype und Kritische Grammatik im Deutschunterricht

14:00 bis 14:45 Uhr – Stephan Szubert: Die Arbeit mit Satzanagrammen. Ein exploratives Forschungsprojekt

15:00 bis 15:45 Uhr – Anke Schmitz, Caroline Schuttkowski, Björn Rothstein & Cornelia Gräsel: Umgang mit Textkohäsion als Werkzeug der Texterschließung

Dienstag

10:15 bis 11:00 Uhr – Debra Myhill: Grammar matters

11:15 bis 12:00 Uhr – Natalia Bilici, Sonja Ugen & Constanze Weth: Reflexion über morphosyntaktische Strukturen im Deutschen und Französi­schen und deren Einfluss auf die Rechtschreibkompetenzen von 5.-Klässlern

14:00 bis 14:45 Uhr – Beate Lingnau & Ulrich Mehlem: Sprechen über das Schreiben

15:00 bis 15:45 Uhr – Anja Wildemann: „Ich habe immer gedacht, Deutsch sei die Hauptsache.“ - Sprachreflexive Äußerungen als Erkenntnisäußerungen in mehrsprachigen Lernsettings

Mittwoch

10:15 bis 11:00 Uhr – Petra Gretsch & Hanna Sauerborn: Von der sinnentleerten Wortart-Didaktik zur Sprachreflexion

11:15 bis 12:00 Uhr – Michael Krelle: „Instrumenteller“ und/oder „kulturanthropologischer“ Umgang mit den KMK-Bildungsstandards im Bereich ‚Sprache und Sprachgebrauch untersuchen’?

14:00 bis 14:45 Uhr – Hrvoje Hlebec: Grenzen der Offenheit - ,Neue Aufgabenkultur` und Grammatikunterricht

15:00 bis 15:45 Uhr – Abschlussdiskussion