Sektion 9: Literale Praktiken in allen Medien

Leitung: Matthis Kepser, kepser@uni-bremen.de Jan M. Boelmann, boelmann@ph-ludwigsburg.de In den letzten 30 Jahren hat der mediale Wandel, die außerschulische literale Praxis der Schülerinnen und Schüler tiefgreifend verändert. Jenseits der klassischen Schriftmedien setzen sich heutige Schülerinnen und Schüler in ihrer Freizeit mit eMails, Messenger-Nachrichten, Videoportalen, digitalen Bildschirmspielen, eBooks, Blogs und anderen Schrift- bzw. Literaturformen auseinander. Sie entwickeln hierzu eigene Ausdrucksweisen sowie neue (Medien-)Textformate wie Chatsprache, Fanfiction oder How to- und Let’s play-Videos. Diese veränderten Medien- und Lebenskulturen sollen in der Sektion aus zwei Blickrichtungen betrachtet werden: Einerseits gilt es, die neuen Formate als Bedingungs- und Einflussfaktoren für Lernprozesse im Unterricht zu betrachten, andererseits stellt sich die Frage, in wie weit sich der Deutschunterricht diesen neuen Kulturen öffnen kann, soll oder sogar muss. Hierbei sind folgende Fragen leitend: Welche Potenziale für den Unterricht besitzen diese außerschulischen Praktiken? Welche Formen haben bereits Eingang in den Unterricht gefunden und welche sollten noch für die Schulpraxis erschlossen werden? Erbeten sind Beiträge, die Lern- und Bildungspotenziale der außerschulischen literalen Praktiken empirisch und reflektiert heuristisch betrachten und Desiderate des Deutschunterrichts sowie Potenziale dieser neuen Formen vor dem Hintergrund der Mediengesellschaft des 21. Jahrhunderts benennen. Literatur:
  • Bertschi-Kaufmann, Andrea; Rosebrock, Cornelia (Hg.) (2009): Literalität. Bildungsaufgabe und Forschungsfeld. Weinheim, München: Juventa-Verl (Lesesozialisation und Medien).

Sektionsprogramm

Montag

10:15 bis 11:00 Uhr – Jan M. Boelmann & Matthis Kepser: Einstieg in die Sektion

11:15 bis 12:00 Uhr – Jeanette Hoffmann: Grafisch erzählte Geschichten im (Bilderbuchkino-)Gespräch – Dawid Wiesners Herrn Schnuffels in Kindergarten und Grundschule

14:00 bis 14:45 Uhr – Gabriele Lieber: Ästhetische Bilderbuchrezeption – Ein Medium, zwei didaktische Perspektiven zusammen denken

15:00 bis 15:45 Uhr – Diane Lang: Interaktionen zwischen Lehrenden und Lernenden im Kontext von Graphic Novels

Dienstag

10:15 bis 11:00 Uhr – Teresa Scheubeck: Werbung sehen, Literatur verstehen? Zum Potenzial audiovisueller Medien der Populärkultur für den Aufbau literarischer Kompetenz

11:15 bis 12:00 Uhr – Andreas Seidler: Computerspiele im Videoclip rezensieren und reflektieren

14:00 bis 14:45 Uhr – Christian Müller: Literarisches und sprachliches Lernen mit digitalen Symmedien. Eine empirische Studie zur Professionalisierung im Lehramtsstudium.

15:00 bis 15:45 Uhr – Anne Frenzke-Shim: Mit Bildern lesen – Interpretation literarischer Texte im Bildgestaltungsprozess

Mittwoch

10:15 bis 11:00 Uhr – Gaby Grossen & Katrin Seele: Lern- und Unterrichtskulturen im Umgang mit Lektürehilfen

11:15 bis 12:00 Uhr – Finja Wünsch: Zum Potenzial kommerzieller Lernvideos für den Deutschunterricht

14:00 bis 14:45 Uhr – Florian Dietz: Körper, Artefakte und Kontexte. Mediale Praktiken und ihre Konsequenzen für die Wissenschaftsdisziplin Deutschdidaktik

15:00 bis 15:45 Uhr – Jan M. Boelmann & Matthis Kepser: Abschlussdiskussion