Belgrad, Jürgen: GESTISCHES VORLESEN – ein Konzept nicht nur für Flüchtlingskinder und -jugendliche

 

Montag, 19.9.2016

11:15-12:00 Uhr

Jürgen Belgrad (Pädagogische Hochschule Weingarten) GESTISCHES VORLESEN – ein Konzept nicht nur für Flüchtlingskinder und -jugendliche

 

In dem Beitrag soll eine Weiterentwicklung des Konzepts LESEFÖRDERUNG DURCH VORLESEN vorgestellt werden.

Tomasello zeigt, wie sich die Sprache aus der Gestik entwickelt hat. Vorlesen inszeniert in diesem Konzept nicht nur Sprache und Stimme, sondern die gestenreiche Präsentation unterstützt die körperlichen Anteile der Kommunikation. Um Kindern und Jugendlichen - besonders aus Flüchtlingsfamilien - den Klang der deutschen Sprache, Wörter und Wortgrenzen, Intonation und Syntax zunächst über eine zuschauende und zuhörende Inszenierung näher zu bringen, soll dieser Zielgruppe ein erleichterter Zugang zu Texten durch GESTISCHES VORLESEN ermöglicht werden. Zusätzlich unterstützen erläuternde Bilder die Imaginationen zum Text. Die Inszenierung orientiert sich nicht nur an basalem Verstehen, sondern ist zugleich ein performativer Prozess, der die Ästhetik des Textes verstärkt. Gezeigt wird dies an einem mit Manfred Mai für Flüchtlingskinder produzierten Vorlesebuch, das durch eine konzeptionelle Textbearbeitung GESTISCHES VORLESEN ermöglicht.

Literatur:

  • Michael Tomasello (2009): Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation. Frankfurt/M: Suhrkamp.
  • Belgrad, Jürgen/ Klipstein, Christin (2015): Leseförderung durch Vorlesen. Ein empirisch begründetes Plädoyer für das regelmäßige Vorlesen im Unterricht aller Schularten. In: Müller, Claudia/ Stark, Linda/ Gressnich, Eva (Hrsg.): Lernen durch Vorlesen. Tübingen: Narr Francke Attempto, S. 180-198.
Kontakt: belgrad@ph-weingarten.de

Projektgruppe: LESEFÖRDERUNG DURCH VORLESEN – „Lesen ohne Grenzen“.