Sektion 8: „Kulturen des Inszenierens“

Leitung: Ulf Abraham, ulf.abraham@uni-bamberg.de Ina Brendel-Perpina, ina.brendel-perpina@uni-bamberg.de Ein kulturwissenschaftlicher Blick auf die Arbeits- und Forschungsbereiche der Deutschdidaktik ist bislang eher als Forderung formuliert denn praktisch eingelöst. In welchen performativen und kollaborativen ästhetischen Praxen vollzieht sich sprachliches und literarisches Lernen in der Mediengesellschaft? Bereits das „Literarische Gespräch“ ist eine Inszenierung; weiter ist an  Praxen wie Poetry Slam / Poetry Clip, szenisches Schreiben und Theaterspielen, Filmen fürs Internet oder Computerspielen zu denken. Sie haben gemeinsam, Sprache (und oft auch Bildmedien) in eigenproduktiver, oft außerschulischer Tätigkeit zu nutzen. Das kann die Literatur-, Schreib- und Mediendidaktik inspirieren, solche Formen sprachlich-medialen Lernens zu erforschen und zu erproben. Dazu ist die ästhetische Produktivität, die sich, z.B. im Anschluss an KJL, spielend, schreibend, filmend entfaltet, auf die darin sich zeigenden Kompetenzen hin zu reflektieren. Es ist nach einer Lernkultur auch in diesem Bereich (der sprachlich-ästhetischen kulturellen Bildung) zu fragen: Durch welche Impulse, Vorgaben und bereit gestellten Materialien können Lernende angeregt werden, zu eigenen Inszenierungen zu finden, gleich ob auf der Bühne, dem Papier oder elektronisch? Es gibt ermutigende Erfahrungen auf der best-practice-Ebene, aber auch ein Forschungsdesiderat. Der Schwerpunkt der Beiträge – gleich ob empirisch oder konzeptionell-didaktisch ausgerichtet – liegt auf  einer gemeinsamen Schaffens- und Inszenierungsleistung. Literatur:
  • Abraham, Ulf/ Brendel-Perpina, Ina: Literarisches Schreiben im Deutschunterricht. Produktionsorientierte Literaturpädagogik in der Aus- und Weiterbildung. Seelze: Klett/Kallmeyer 2015.
  • Anders, Petra: Poetry Slam im Deutschunterricht. Aus einer für Jugendliche bedeutsamen kulturellen Praxis Inszenierungsmuster gewinnen, um das Schreiben, Sprechen und Zuhören zu fördern. Baltmannsweiler: Schneider 2010.
 

Sektionsprogramm

Montag

10:15 bis 11:00 Uhr – Ulf Abraham & Ina Brendel-Perpina: Einführung in das Sektionsthema

11:15 bis 12:00 Uhr – Jürgen Belgrad: Gestisches Vorlesen - Ein Konzept nicht nur für Flüchtlingskinder und -jugendliche

14:00 bis 14:45 Uhr – Hans Lösener: Sprache - Inszenierung - Performativität. Perspektiven für eine Didaktik des sprachethischen Lernens

15:00 bis 15:45 Uhr – Sabine Pfäfflin: Sprechgestaltung und Vertonung von Lyrik

Dienstag

10:15 bis 11:00 Uhr – Nina Simon: Theater - Macht - Kultur. Rassismuskritik und theaterpädagogische Methoden in der (Deutsch-)Lehrer/innen-ausbildung

11:15 bis 12:00 Uhr – Gabriela Paule: Kunst inszenieren: Buch-, Film- und Theatertrailer im produktionsorientierten Literaturunterricht

14:00 bis 14:45 Uhr – Stefan Krammer & Julia Malle: Geschlechter-Inszenierungen. Perfoming Gender im Deutschunterricht

15:00 bis 15:45 Uhr – Wiebke Dannecker: Geschlechter/Rollen/Spiel: Zur Inszenierung literar(-ästhet)ischen Lernens am Beispiel von Terence Blakers Jugendroman Boy2Girl

Mittwoch

10:15 bis 11:00 Uhr – Martin Brändli & Lukas Bannwart: Literatur vor Ort- Funktionalität von Literatur vermittelt durch den Ort

11:15 bis 12:00 Uhr – Katrin Lehnen & Sara Rezat: Materialgestütztes Schreiben - Ein Aufgabenformat zur sprachlich-ästhetischen kulturellen Bildung?

14:00 bis 14:45 Uhr – Uta Hauck-Thum: Adaptable Books - Wenn Bücher sich an Leser anpassen und Leser Bücher anpassen

15:00 bis 15:45 Uhr – Petra Anders, Judith Riegert & Angelika Täle: Für alle „Begabungstypen“? Zum Potenzial handlungs- und produktionsorientierter Verfahren im inklusiven Deutschunterricht