Pauly, Dennis/Nottbusch, Guido: Die Groß- und Kleinschreibung beim Lesen – Einflüsse der Frequenz und didaktische Implikationen

 

Dienstag, 20.9.2016

15:00-15:45 Uhr

Dennis Pauly/ Guido Nottbusch (Universität Potsdam) Die Groß- und Kleinschreibung beim Lesen – Einflüsse der Frequenz und didaktische Implikationen

 

Es liegt keine empirische Evidenz vor, dass Leser des Deutschen die satzinterne Großschreibung für die kognitive Verarbeitung nutzen können. Aus diesem Grund führten wir eine Eye-Tracking-Studie durch, deren Kernidee es war, Unterschiede in den Fixationszeiten (einem typischen Maß für die Verarbeitungsgeschwindigkeit) auf die Großschreibung zurückzuführen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen der Frequenz eines Wortes und der Verarbeitungsgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Großschreibung gibt. Dieser und weitere Befunde wurden in einer Folgestudie überprüft, deren Ergebnisse im Vortrag vorgestellt werden. Didaktisch könnten die Überwindung des lexikalischen Wortartenansatzes und die konsequente Umsetzung einer syntaktisch motivierten Großschreibung zu einem höheren expliziten und impliziten grammatischen Verständnis führen, sodass die Großschreibung besser für das Lesen genutzt werden kann.

Literatur:

  • Bock, Michael, Klaus Hagenschneider, und Alfred Schweer. 1989. Zur Funktion der Groß- und Kleinschreibung beim Lesen deutscher, englischer und niederländischer Texte. In Schriftsystem und Orthographie, herausgegeben von Peter Eisenberg und Hartmut Günther, 23–55. Reihe Germanistische Linguistik. Tübingen: Niemeyer.
  • Gfroerer, Stefan, Hartmut Günther, und Michael Bock. 1989. Augenbewegungen und Substantivgroßschreibung: Eine Pilotstudie. In Schriftsystem und Orthographie, herausgegeben von Peter Eisenberg und Hartmut Günther, 111–35. Reihe Germanistische Linguistik. Tübingen: Niemeyer.
Kontakt: dpauly@uni-potsdam.de Projektgruppe: Kompetenzerwerb Großschreibung (KeGs)