Fay, Johanna/Sappok, Christopher: Prosodische Aspekte von Leseflüssigkeit

 

Dienstag, 20.9.2016

10:15-11:00 Uhr

Johanna Fay (Europa-Universität Flensburg)/ Christopher Sappok(Universitätzu Köln) Prosodische Aspekte von Leseflüssigkeit

 

Die Erforschung prosodischer Aspekte von Leseflüssigkeit bietet einen besonderen Zugang zum Lesen, denn das laute Lesen ist ein Schlüssel zum Textverstehen. Doch was ist prosodisches Lesen und wie gelingt es (Kuhn et al., 2010)? Im Vortrag stellen wir eine Untersuchung vor, in der Audioaufnahmen mit zwölf Drittklässlern mithilfe einer Ratingprozedur ausgewertet wurden. Zusätzlich wurden die Aufnahmen messphonetisch analysiert. Auf dieser Grundlage können wir zeigen, dass kompetentes prosodisches Lesen auf einen intensiven Gebrauch entsprechender Mittel zurückzuführen ist, der durch individuell unterschiedliche prosodische Register geprägt ist. Aus didaktischer Perspektive folgern wir daraus, dass die individuellen Herangehensweisen nicht durch zu starke normative Vorgaben bestimmt werden sollten. Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass kompetente Vorleser als Modell für die Entwicklung des Vorlesens betrachtet werden können und an welchen Stellen weniger kompetente Vorleser Förderung brauchen.

Literatur:

  • Kuhn, M./Schwanenflugel, P./Meisinger, E. (2010): Aligning Theory and Assessment of Reading Fluency: Automaticity, Prosody, and Definitions of Fluency. In: Reading Research Quarterly , 45, 230–251.

Kontakt: Johanna.fay@uni-flensburg.de; csappok@uni-koeln.de