Sektion 5: Schriftkultur und schriftsprachliches Lernen

Leitung: Astrid Müller, astrid.mueller@uni-hamburg.de Susanne Riegler, susanne.riegler@uni-leipzig.de Schriftsprache ist eine bedeutende kulturelle Errungenschaft, deren Weitergabe zu den Kernaufgaben des Deutschunterrichts zählt. Schriftsprachliches Lernen – verstanden als Aneignung von Lese- und Rechtschreibfähigkeiten – ist dabei wesentlich auf einen sinnstiftenden schriftkulturellen Rahmen angewiesen, in dem sich schriftsprachliche Kompetenzen entwickeln können. Das Anliegen der Sektionsarbeit besteht vor diesem Hintergrund darin, die aktuelle Diskussion um didaktische Konzeptionen schriftsprachlichen Lernens aufzugreifen und dabei insbesondere die Potenzen schriftstrukturbezogener Ansätze für den Lese- und (Recht-)Schreiberwerb und die Entwicklung entsprechender Fähigkeiten im Anfangs- und weiterführenden Unterricht auszuloten. Da Schreiben als manuelle Tätigkeit an ein Werkzeug gebunden ist, sind damit auch Fragen des Hand- und Tastaturschreibens angesprochen. Erbeten sind Beiträge, die sich folgender Fragen annehmen:
  • Welche Bedingungen kennzeichnen erfolgreiche schriftsprachliche Lern- und Lehrprozesse? Welche Rolle spielt dabei die Erfahrung der Sinnhaftigkeit von Schrift?
  • Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Schriftmedium, Schrifttyp und Lesen- bzw. Schreiben(lernen)? Welche Auswirkungen haben die erweiterten medialen Gebrauchsformen von Schrift auf das Lehren und Lernen?
  • Welche Auswirkungen hat die zunehmend heterogene Schülerschaft, insbesondere im Hinblick auf inklusive Lernkulturen, auf das Lehren und Lernen der Schriftsprache? Welche Möglichkeiten für differenzierte Lernangebote bietet ein kultur- und strukturbezogener Zugriff auf Schrift?
Literatur:
  • Bredel, Ursula/Müller, Astrid/Hinney, Gabriele (Hgg.): Schriftsystem und Schrifterwerb. Linguistisch – didaktisch – empirisch. Berlin: de Gruyter 2010.

Sektionsprogramm

Montag

10:15 bis 11:00 Uhr – Melanie Bangel: Wortbildungsstrukturen als semantische Wegweiser beim Dekodieren

11:15 bis 12:00 Uhr – Gesine Esslinger: Zugänge zu komplexen Sätzen durch Interpunktionsgespräche in der Grundschule

14:00 bis 14:45 Uhr – Sarah Jagemann: „Beim Silbenklatschen hört man auch stumme Buchstaben“ – Eine explorative Studie zum graphematischen Wissen von Lehramtsstudierenden

15:00 bis 15:45 Uhr – Etje Schröder: Schriftstrukturbezogenes Lernen und Lehren aus Sicht von Lehrenden

Dienstag

10:15 bis 11:00 Uhr – Johanna Fay & Christopher Sappok: Prosodische Aspekte von Leseflüssigkeit

11:15 bis 12:00 Uhr – Anja Gendt & Sabine Röttig: Blickbewegungen beim Lesen mit Hörbuch

14:00 bis 14:45 Uhr – Iris Rautenberg, Stefan Wahl & Stefanie Helms: Zum Erwerb der Großschreibung in der Grundschule – eine empirische Studie

15:00 bis 15:45 Uhr – Dennis Pauly & Guido Nottbusch: Die Groß- und Kleinschreibung beim Lesen – Einflüsse der Frequenz und didaktische Implikationen

Mittwoch

10:15 bis 11:00 Uhr – Barbara Geist: Heterogene Wege zur Schrift im gemeinsamen Deutschunterricht

11:15 bis 12:00 Uhr – Petra Hüttis-Graff: Anfänge des Rechtschreiblernens früher und heute – Ergebnisse einer diachronen Longitudinalstudie in Hamburg

14:00 bis 14:45 Uhr – Anke Reichardt: Rechtschreibung im Textraum – Zum Zusammenhang von Rechtschreiben und Textschreiben in einem schriftkulturellen Unterricht

15:00 bis 15:45 Uhr – Sektionsabschluss