Sell, Ulrike: Adressierung und Readressierung in der schulischen Kommunikations- und Diskurskultur

 

Mittwoch, 21.9.2016

14:00-14:45 Uhr

Ulrike Sell (Goethe-Universität Frankfurt) Adressierung und Readressierung in der schulischen Kommunikations- und Diskurskultur

 

Ziel ist es, tatsächlich praktizierte Kommunikations- und Diskurskulturen ethnographisch bzw. diskursanalytisch zu untersuchen. So spielen neben zu vermittelnden sprachlichen Formen und Mustern (z.B. Erzählen, Berichten) auch die implizit im Unterricht präsenten Adressierungsweisen (vgl. Reh & Ricken, 2012; vgl. Butler, 1998) der Lehrperson eine zentrale Rolle für Lernmotivation und Lernerfolg.

Auf der Basis allgemeiner Praktiken des Unterrichts bzw. sozialer Praktiken als „nexusofdoingsandsayings“ (Schatzki, 1996: 89) in der Schule, wie sie Breidenstein (2006) mit seiner Forschergruppe rekonstruiert hat, werden im Vortrag spezifische „sayings“ bzw. ausgewählte Beispiele solcher Adressierungs- und Readressierungsweisen analysiert und auf ihre Funktionalität bzw. Dysfunktionalität einerseits, ihre Folgen für Subjektivationsprozesse andererseits hin kommentiert. Wie werden jeweils Schüler und Schülerinnen von Lehrpersonen im Unterrichtsgeschehen adressiert und wie sind diese Adressierungen unter dem Gesichtspunkt von Subjektivation (Reh & Ricken, 2012) oder von Anerkennung (Prengel, 2013) bzw. Exklusion/Inklusion zu interpretieren?

Literatur:

  • Prengel, A. (2013). Pädagogische Beziehungen zwischen Anerkennung, Verletzung und Ambivalenz. Opladen: Budrich.
  • Reh, S. & Ricken, N. (2012). Das Konzept der Adressierung. Zur Methodologie einer qualitativ-empirischen Erforschung von Subjektivation (S. 35-56). Opladen et al.: Verlag Barbara Budrich.

Kontakt: U.Sell@em.uni-frankfurt.de