Schäfers, Frerk: Routinefabrik oder Reflexionsprozesse? Empirische (Re-)Konstruktion von Unterrichtsnachgesprächen. Befunde.

 

Dienstag, 20.9.2016

15:00-15:45 Uhr

Frerk Schäfers(Universität Göttingen) Routinefabrik oder Reflexionsprozesse? Empirische (Re-)Konstruktion von Unterrichtsnachgesprächen. Befunde.

 

Der Vortrag rekonstruiert anhand von Befunden aus einer empirischen Fallstudie (Dissertation, Korpus: 14 Gesprächsaufnahmen aus zwei Bundesländern), inwiefern Unterrichtsnachgespräche als Lernsituationen mit dem Ziel Kompetenzerwerb in der Praxis scheitern (müssen) – und liefert einen kurzen Ausblick darauf, wie sie gelingen (könnten).

Dafür wird zunächst kurz der institutionelle Rahmen erörtert (unklares Gesprächsformat, nachfolgende Benotung, inhaltliche Unterdeterminiertheit, Gesprächszwang u.a.). Schwerpunkt bilden dann Beispiele für zentrale Problemstellen: Wie und „als was“ stellen die Beteiligten die Situation her? Welche Rolle spielen darin implizite Normen? Was soll und was kann im Gespräch demnach gelernt werden? Theoretische und methodische Einsichten erfolgen vor und während der Beispielanalyse. Den Abschluss bildet ein daran entwickeltes Reflexionsprozessmodell, das das Lernpotenzial der Gespräche in der Reflexion(-skompetenz) sieht.

Literatur:

  • Gölitzer, Susanne (1999): Unterrichtsnachbesprechungen in der Deutschlehrerausbildung. Frankfurt am Main: Peter Lang.
  • Schäfers, Frerk (2016): Normative Interaktion zwischen Ausbildenden und Referendaren/innen: Empirische (Re-) Konstruktion von “Beratungen” in der Lehrerausbildung. Am Fallbeispiel. In: Hauser, Stefan / Luginbühl, Martin (Hrsg.): Gesprächskompetenz in schulischer Interaktion – normative Ansprüche. (=Reihe Mündlichkeit, Bd.5). Bern: Hep-Verlag. [noch unveröffentlicht]
Kontakt: frerk.schaefers@phil.uni-goettingen.de