Ballis, Anja: „Ihr müsst euch vorstellen, was für euch nicht vorstellbar ist.“ Sprachliche Vermittlungsprozesse an KZ-Gedenkstätten

 

Mittwoch, 21.9.2016

10:15-11:00 Uhr

Anja Ballis (Ludwig-Maximilian-Universität München) „Ihr müsst euch vorstellen, was für euch nicht vorstellbar ist.“ Sprachliche Vermittlungsprozesse an KZ-Gedenkstätten

 

Schüler/innen werden im Rahmen von Exkursionen und dem Besuch von außerschulischen Lernorten immer wieder mit Personen und Präsentationsformen konfrontiert, die in ihrem Vermittlungsstil deutlich von schulisch Gewohntem abweichen. Besonders stark frequentierte und prominente Orte, an denen dies fast täglich geschieht, sind KZ-Gedenkstätten und Orte von NS-Verbrechen.

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Vermittlungsprozesse an KZ-Gedenkstätten“ widmet sich u.a. der Frage, welche Interaktionen zwischen Mitarbeiter_innen, die Rundgänge an KZ-Gedenkstätten durchführen, und der Gruppe der Schüler/innen (und der Lehrkräfte) zu beobachten sind. Bei diesen Rundgängen geht es sowohl um den Aufbau sozialer Beziehungen zwischen den Akteuren als auch um die Vermittlung historischen Wissens und um die Weitergabe von Zeugnissen der Überlebenden. Wie dieser komplexe Prozess sozialen Handelns in einem außerschulischen Lernfeld kommunikativ ausgehandelt wird, ist Gegenstand des Vortrages, der mit einem Zitat aus einem Rundgang eines pädagogischen Mitarbeiters überschrieben ist.

Literatur:

  • Taubitz, Jan, Holocaust Oral History und das lange Ende der Zeitzeugenschaft, Göttingen: Wallstein, 2016.
  • Breuer, Franz, Deppermann, Arnulf, Kuckartz, Udo u.a., All isdata – Qualitative Forschung und ihre Daten, in: Mey, Günter und Mruck, Katja (Hgg.): Qualitative Forschung: Analysen und Diskussionen – 10 Jahre Berliner Methodentreffen, Heidelberg: Springer VS, 2014, S. 261-290.

Kontakt: anja.ballis@germanistik.uni-muenchen.de

Projektgruppe: Anja Ballis, Renata Behrendt, Michael Penzold, Christina Ulbricht, www.holocaust.didaktik.germanistik.uni-muenchen.de/index.html