Arendt, Birte: Peer-Talk als kulturelle Erwerbsressource und ihr Potenzial für den Unterricht

 

Montag, 19.9.2016

14:00-14:45 Uhr

Birte Arendt (Universität Greifswald) Peer-Talk als kulturelle Erwerbsressource und ihr Potenzial für den Unterricht

 

Studien zur „childhoodculture“ akzentuieren das erwerbssupportive Potenzial von Peer-Interaktionen (Zadunaisky Ehrlich/Blum Kulka 2014). Dieses Erwerbspotenzial bezieht sich auch auf Argumentieren als einer schulrelevanten Praktik, welche im Fokus des Vortrags steht. Auf der Basis von Audio- und Videodaten aus natürlichen Interaktionen unter Kindergartenkindern wird gezeigt,

1. wie die Kinder sich beim Argumentationserwerb unterstützen,

2. welche Merkmale diese Argumentationen haben

3. und inwiefern dieses Potenzial für schulische Zwecke nutzbar gemacht werden kann.

Ich gehe davon aus, dass sich die Ergebnisse auch auf schulische Kontexte extrapolieren lassen. Insbesondere in inklusiven Klassen, in denen kooperative Lernformen einen wichtigen Stellenwert bilden, sind die Erkenntnisse zu Peer-Interaktionen, ihren Ausprägungen, ihrem Erwerbspotenzial für diskursive Praktiken und der daran ablesbaren hohen Selbständigkeit der Kinder von ausschlaggebendem Nutzen.

Literatur:

  • Zadunaisky Ehrlich, S./Blum-Kulka, Sh. (2014): „Now I saidthat Danny becomes Danny again“: A Multifaceted View of Kindergarten Children’s Peer Argumentative Discourse. In: Cekaite, A. et al. (Hgg.): Children’s Peer Talk. Cambridge, S. 23-41
Kontakt: arendt@uni-greifswald.de