Sektion 4: Kulturen mündlicher Kommunikation in und außerhalb der Schule

Leitung: Tabea Becker, tabea.becker@germanistik.uni-hannover.de Sören Ohlhus, soeren.ohlhus@uni-bielefeld.de Unter „Kulturen mündlicher Kommunikation“ sollen in der Sektion Repertoires sprachlicher Ausdrucksformen und interaktiver Praktiken verstanden werden, die sich  im Rahmen der Institution  Schule, aber auch im familialen Rahmen oder innerhalb der Peergroup herausbilden. Schule wird im Kontrast ihrer kommunikativen Gepflogenheiten zu außerschulischen Kulturen der Mündlichkeit vom Tag der Einschulung an unmittelbar erfahrbar – und es ist nicht zuletzt die Erfahrung von Passung oder Divergenz des eigenen Repertoires an Kommunikationsformen mit denen der Schule, die eine Schullaufbahn prägen. Durch die Gegenüberstellung schulischer und nicht-schulischer Mündlichkeit sollen in der Sektion Abgrenzungen, aber auch Überschneidungen und Verwandtschaften spezifischer kommunikativer Praktiken und Formen diskutiert und deren Ursachen z.B. vor den Hintergrund ihrer jeweiligen Funktionalität oder den damit verbundenen Erwerbs- und Sozialisationsprozessen nachvollzogen werden. Es ergeben sich Fragen wie die folgenden:
  • Wie lassen sich spezifisch schulische respektive außerschulische Kommunikationsformen beschreiben?
  • Wie werden sie jeweils durch die Beteiligten situativ hergestellt?
  • Wie grenzen die Beteiligten selbst in der Interaktion diese Kulturen voneinander ab (oder beziehen sie aufeinander)?
  • Wie lässt sich in diesem Kontext die Mündlichkeit in digitalen Medien verorten?
  • Wie lassen sich Formen und Praktiken der Mündlichkeit unterrichtlich vermitteln?

Sektionsprogramm

Montag

10:15 bis 11:00 Uhr – Becker & Ohlhus: Einführung

11:15 bis 12:00 Uhr – Miriam Morek: Hier so, und da anders - Schülerinnen und Schüler zwischen Kommunikationskulturen

14:00 bis 14:45 Uhr – Birte Arendt: Peer-Talk als kulturelle Erwerbsressource und ihr Potenzial für den Unterricht

15:00 bis 15:45 Uhr – Judith Kreuz, Martin Luginbühl & Vera Mundwiler: Kommunikative Praktiken kindlicher Peerkultur in argumentativen Gesprächen in der Grundschule

Dienstag

10:15 bis 11:00 Uhr – Nadine Naugk: (Bildungs)Sprachliche Lernprozesse im mündlichen Erzählen von Phantasie- und Erlebniserzählungen

11:15 bis 12:00 Uhr – Ulrike Behrens & Olaf Gätje: Multimodale Kompetenzen beim Präsentieren im Deutschunterricht

14:00 bis 14:45 Uhr –Vivien Heller: Seen but unnoticed – Bildungssprachliche Praktiken auf und unter dem Radar von Lehrkräften

15:00 bis 15:45 Uhr – Frerk Schäfers: Routinefabrik oder Reflexionsprozess? Empirische (Re-)Konstruktion von Unterrichtsnachgesprächen. Befunde

Mittwoch

10:15 bis 11:00 Uhr – Anja Ballis: „Ihr müsst euch vorstellen, was für euch nicht vorstellbar ist.“ Sprachliche Vermittlungsprozesse an KZ-Gedenkstätten

11:15 bis 12:00 Uhr – Ann-Christin Buttlar: Wie werden Kulturen mündlicher Kommunikation in der Schule hergestellt?

14:00 bis 14:45 Uhr – Ulrike Sell: Adressierung und Readressierung in der schulischen Kommunikations- und Diskurskultur

15:00 bis 15:45 Uhr – Abschlussdiskussion