Lessing-Sattari, Marie: Die Metapher als Einladung zur ästhetischen Erfahrung

 

Mittwoch, 21.9.2016

10:15-11:00 Uhr

Marie Lessing-Sattari (Technische Universität Dresden) Die Metapher als Einladung zur ästhetischen Erfahrung

 

Die Metapher bringt zwei Konzepte zusammen, deren Verbindung herkömmliche Kriterien der Angemessenheit verletzt, und stellt damit Konzeptualisierungsmuster in Frage. Auf der Ebene der Kohärenz bewirkt dies eine Störung, die den Rezipienten zur Richtungsänderung der Kohärenzbildung auffordern kann. Die Metapher stellt also keine Verstehensanweisung dar, sondern kündigt etwas an, das noch nicht vorhanden ist. Dies konstituiert ihren einladenden Charakter. Im ersten Teil des Vortrags soll anhand ausgewählter Lautdenkdaten gezeigt werden, dass dieser Charakter die Metapher zu einem paradigmatischen (Lern-)Gegenstand für das ästhetische Erleben macht. Allerdings bietet die metaphorische Einladung dem Rezipienten auch die Möglichkeit, sich von der Textinteraktion zurückzuziehen. Im zweiten Vortragsteil wird dies ebenfalls mittels Verstehensdaten veranschaulicht. Vor diesem Hintergrund werden abschließend zentrale Text- und Lesermerkmale diskutiert, die einen ästhetischen Rezeptionsmodus positiv beeinflussen, und damit Orientierungspunkte für die schulische Gegenstandskonstitution darstellen.

Literatur:

  • Biebuyck, Benjamin (1998): Die poetische Metapher. Ein Beitrag zur Theorie der Figürlichkeit. Würzburg: Königshausen & Neumann.
  • Seel, Martin (2000): Ästhetik des Erscheinens. München, Wien: Carl Hanser.

Kontakt: marie.lessing@tu-dresden.de