Sektion 3: Literarisches Verstehen – Ästhetische Rezeptionsprozesse

Leitung: Andrea Bertschi-Kaufmann, andrea.bertschi@fhnw.ch Daniel Scherf, scherf@em.uni-frankfurt.de Die Literaturdidaktik schreibt dem Erleben und Verstehen literarischer Texte eine mehrfache Bedeutung zu:
  • Der Umgang mit Literatur verschafft Zugang zu lesekultureller Praxis und Anschluss an das kulturelle Gedächtnis. In diesem Zusammenhang werden die Bedeutung der Text- und Medienauswahl und die Legitimation des Kanons als Orientierung für literarische Bildung diskutiert.
  • Fiktionale Texte machen Angebote für Identifikation und Perspektivenübernahme. Und aufgrund ihrer poetischen Gestalt vermitteln Texte literaturästhetischen Genuss. Die Gegenstände, mit welchen literarisches Erleben nachhaltig realisiert wird, sind, je nach den Voraussetzungen der jungen Leserinnen und Leser, andere.
  • Und schließlich bieten literarische Texte wegen der ihnen eigenen symbolischen und parabolischen Sinndimensionen mentale Herausforderungen. ‚Poetisches‘ muss erkannt und kognitiv verarbeitet werden.
Ob die genannten Zieldimensionen im Unterricht tatsächlich eine Entsprechung finden, blieb lange Zeit offen. Aktuell sind ästhetisch orientierte Rezeptionsprozesse, die Gestaltung schulischer Literaturvermittlung und deren (Lern-)Ergebnisse aber stark beachteter Gegenstand (empirischer) literaturdidaktischer Untersuchungen. Die Sektion „Literarisches Verstehen – Ästhetische Rezeptionsprozesse“ nimmt diese Bereiche literaturdidaktischer Forschung mit den folgenden Fragen in den Blick: 1)       Welche für den Umgang mit literarischen Texten typischen Lehr-, Lern- und Unterrichtsprozesse lassen sich (auf welche Weise) ermitteln? 2)       Welche mentalen Prozesse erweisen sich für ästhetische Rezeptionsweisen (von Texten, Hörbüchern, Theaterstücken, Filmen…) als charakteristisch? 3)       Und schließlich: Können Ausprägungen und/oder Bedingungen gelingender oder problematischer (schulisch vermittelter) ästhetisch orientierter Rezeption ausgemacht werden? Literatur:
  • Rieckmann, Carola/ Gahn, Jessica (Hrsg.) (2013): Poesie verstehen – Literatur unterrichten. Baltmannsweiler: Schneider.
  • Pieper, Irene/ Wieser, Dorothee (2012): Fachliches Wissen und Literarisches Verstehen. Frankfurt/ Main: Peter Lang (= Beiträge zur Literatur- und Mediendidaktik).

Sektionsprogramm

Montag – Konzepte von literarischem Lesen, mentale Prozesse literarischen Lesens

10:15 bis 11:00 Uhr – Cornelia Rosebrock: Strategien ästhetischen Lesens. Literarisches Lernen in rezeptionsästhetischer Perspektive

11:15 bis 12:00/ 12:30 Uhr – Tobias Stark: Strategien zur Auflösung von Inkohärenz

Silke Kubik: „Ich hab auch zwei ältere Brüder…“ - Individuelle Verarbeitungsweisen von literarischen Texten und ihre Merkmale

14:00 bis 14:45 Uhr – Christian Dawidowski, Anna R. Hoffmann & Angelika Stolle: Ko-Konstruktion von literarischen Bildungsvorstellungen im Verlauf der gymnasialen Oberstufe: Erste Ergebnisse

15:00 bis 15:45 Uhr – Katharina Roselius: Implizite Konzepte von Literatur (im) Unterricht

Dienstag – Ermittlung von ,typischen´ sowie ,guten´ Lehrlernprozessen zu Literatur

10:15 bis 11:00 Uhr – Christine Pauli: Videobasierte Analysen von Lehr-Lernprozessen im (Mathematik-) Unterricht: (Wie) lässt sich Verständnisorientierung erfassen?

11:15 bis 12:00/ 12:30 Uhr – Anita Schilcher: Ein Modell kompetenzorientierten Literaturunterrichts und seine Umsetzung

Frederike Schmidt: Emotionen literarischer Figuren nachvollziehen und bewerten. Konkretisierung eines prominenten Aspekts literarischen Verstehens

14:00 bis 14:45 Uhr – Volker Frederking & Jörg Brüggemann: Die Bedeutung von Emotionen im Umgang mit Literatur

15:00 bis 15:45 Uhr – Daniela A. Frickel & Alexandra L. Zepter: Emotionen im Prozess (literar-)ästhetischer Erfahrung

Mittwoch – Zum ,textseitigen Rahmen´ literarischer Rezeption

10:15 bis 11:00 Uhr – Marie Lessing-Sattari: Die Metapher als Einladung zur ästhetischen Erfahrung

11:15 bis 12:00Uhr – Karin Vach: Die typografische Gestaltung von kinderliterarischen Texten

14:00 bis 14:45 Uhr – Steffen Volz: Textlose Narrationen – visuell basiertes Erzählen im Literaturunterricht

15:00 bis 15:45 Uhr – Kaspar H. Spinner: Schlusskommentar zu den Sektionsvorträgen