Sektion 2: Aufgaben und Lernkulturen

Leitung: Christoph Bräuer, christoph.braeuer@phil.uni-goettingen.de Nora Kernen, nora.kernen@unibas.ch Aufgaben bilden den Kristallisationspunkt institutioneller Lehr-Lern-Prozesse: Sie bestimmen die Qualität von Lernangeboten (Lernaufgaben) und erlauben, deren Erfolg zu evaluieren (Leistungsaufgaben); in ihnen konkretisieren sich administrative Vorgaben (z.B. Operatoren), didaktische Konzepte (z.B. profilierte Lernumgebungen) und Lehrkompetenz (z.B. Aufgabenpräferenzen). Zugleich müssen  sie adaptiv in die Unterrichtspraxis integriert werden (z.B. Aufgabenerklärungen). In diesem Sinne meint Aufgabenkultur sowohl die Art der Gestaltung von Aufgaben und Material als auch das aufgabenbezogene Lehrer- und Schülerhandeln, umfasst Lernkultur sowohl Lernumgebung als auch sich darin manifestierende Praktiken. In der Sektion soll folgenden Fragen nachgegangen werden: Wo steht die Deutschdidaktik in der Erforschung ihrer Aufgaben- und Lernkultur? Wie wurde bzw. wird sprachlich-literarisches Lernen in Aufgaben modelliert? Wie werden diese im Unterricht von Lehrkräften implementiert, von SchülerInnen umgesetzt? Welche Ergebnisse bedingen Aufgaben, Bearbeitungsformen und ihre Evaluation? Die Sektion erbittet Vorträge, die sich dem Forschungsbereich materialgestützt in theoretischer oder empirischer Perspektive nähern, bspw. in Hinblick auf:
  • Optimale Aufgabenstellungen und Lernumgebungen
  • Aufgabenkonzepte in der Breite der Deutschdidaktik
  • Einfluss administrativer und institutioneller Rahmenbedingungen
  • Passung und Lernwirkung von Aufgaben und Materialien (auch: inklusive, individualisierte)
  Literatur:
  • Thorsten Bohl, Marc Kleinknecht (2010): Lernumgebung und Aufgabenkultur im Unterricht. In: Bohl et al. (Hrsg.): Handbuch Schulentwicklung. UTB, S. 263-366.
  • Sabine Reh, B. Fritzsche, T.-S. Idel, Kerstin Rabenstein (Hrsg.): Lernkulturen. Rekonstruktion pädagogischer Praktiken an Ganztagsschulen. Wiesbaden 2015: Springer VS.

Sektionsprogramm

Montag

10:15 bis 11:00 Uhr – Judith Leiß: Was kennzeichnet inklusive Aufgaben? Versuche einer Annäherung aus literaturdidaktischer Sicht

11:15 bis 12:00 Uhr – Ute Fischer: Literaler und literarischer Unterricht mit differenzierten Aufgaben. Aufgabenstellungen zum Leseverstehen

14:00 bis 14:45 Uhr – Iris Winkler: Was heißt „Potenzial zur kognitiven Aktivierung“ im Literaturunterricht?

15:00 bis 15:45 Uhr – Michael Steinmetz: Verstehensunterstützende Aufgaben im Literaturunterricht

Dienstag

10:15 bis 11:00 Uhr – Jochen Heins: Wege der Verstehensentwicklung. Zu einigen Interdependenzen zwischen Aufgabenstellungen und mentaler Textrepräsentation der Aufgabenbearbeiter.

11:15 bis 12:00 Uhr – Daniela Seyler: Die Wirkung von Aufgaben zum Figurenverstehen in kooperativen Kleingruppensettings

14:00 bis 14:45 Uhr – Lisa Schüler: Aufgabenkonzepte zum materialgestützten, wissenschaftlichen Schreiben

15:00 bis 15:45 Uhr – Markus Pissarek: Aufgabenkonstruktion aus Ausbildungsperspektive: Lässt sich Aufgabenqualität in einem experimentellen Design bestimmen?

Mittwoch

10:15 bis 11:00 Uhr – Skadi Neubauer & Gerd Mannhaupt: Merkmale der Aufgabenschwierigkeit von Lernaufgaben im Rechtschreibunterricht – Empirische Untersuchung zur Manipulation von kognitiven Dimensionen

11:15 bis 12:00 Uhr – Laura Hahn: Grammatikdidaktische Visualisierungen als Bestandteil von Lernaufgaben – Komplexität und Potenzial eines vernachlässigten Darstellungsmittels

14:00 bis 14:45 Uhr – Anja Kürzinger & Sanna Pohlmann-Rother: Aufgabenstellung im Anfangsunterricht – Eine Charakterisitik des Schreibunterrichts in Klasse 1

15:00 bis 15:45 Uhr – Nadine Anskeit: Kommunikatives Schreiben in der Primarstufe