Von Lehmden, Friederike/Müller-Brauers, Claudia: Implizites Lernen des Genus-Kasus-Systems mit Bilderbüchern und –liedern

 

Dienstag, 20.9.2016

15:00-15:45 Uhr

Friederike von Lehmden / Claudia Müller-Brauers (Ruhr-Universität Bochum) Implizites Lernen des Genus-Kasus-Systems mit Bilderbüchern und –liedern

 

Für den Erwerb bildungssprachlicher Fähigkeiten ist das Beherrschen des Genus-Kasus-Systems wesentlich. Um morphosyntaktische Strukturen zu erwerben, müssen Kinder jedoch ausreichenden, hochfrequenten und variationsreichen Sprachinput erhalten. Weiterhin ist die Gruppierung sprachlicher Strukturen im Sprachinput wichtig, die Lerner implizit wahrnehmen (Taraban, 2004).

Lieder und Bilderbücher bieten sich besonders für die Gewährleistung eines solchen Sprachinputs an. Sie können sich wiederholende und gruppierte Strukturen integrieren, die so beim gemeinsamen Singen, Besprechen und Vorlesen implizit gefestigt werden (Belke, 2008). Im Rahmen eines Forschungsprojekts, das die Wirksamkeit einer solchen Sprachförderung bei 3;6-4,11 Jahre alten Kindern überprüft, beleuchten wir das Potential von Bilderbüchern für den Erwerb des Genus-Kasus-System empirisch. Die Ergebnisse dieser Studie werden sowohl auf die Sprachförderpraxis im Kindergarten als auch auf den Sprachunterricht in der Grundschule bezogen.

Literatur:

  • Belke, G. (2008). Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht. Baltmannsweiler, Schneider Verlag Hohengehren.
  • Taraban, R. (2004). Drawing learners’ attention to syntactic context aids gender-like category induction. Journal of Memory and Language, 51, pp. 202-216.

Kontakt: Friederike.vonLehmden@rub.de

Projektgruppe: Lit-key: Literacy as the key to social participation