Uhlig, Bettina/Leser, Florentine: Schreiben und Zeichnen als komplementäre Weltzugänge

 

Dienstag, 20.9.2016

10:15-11:00 Uhr

Bettina Uhlig / Florentine Leser (Universität Hildesheim) Schreiben und Zeichnen als komplementäre Weltzugänge

 

Schreiben und Zeichnen sind eng verwandt. Beides sind Formen der Entäußerung, Formung, Darstellung von Gesehenem, Gedachtem, Gefühltem. Schreiben wie Zeichnen wird erlernt. Sie sind im frühen Kindesalter noch übergängig und eng aufeinander bezogen, bilden sich aber zunehmend als eigenständige Handlungsformen heraus. Spätestens mit Schuleintritt gehören Schriftspracherwerb und Bilderwerb sowohl aus dem Blickwinkel von Kindern als auch aus dem Blickwinkel von Schule unterschiedlichen Domänen an, die wenig miteinander zu tun haben. Dabei können Schreiben und Zeichnen als komplementäre Weltzugänge didaktisch sinnvoll aufeinander bezogen und miteinander verknüpft werden.

Der Zusammenhang von Schreiben und Zeichnen wird anhand eines Forschungsprojektes beleuchtet: Eine Gruppe von 7-11-jährigen Kindern erkundet zeichnend und schreibend den Hildesheimer Dom. Bezugnehmend auf das empirische Material werden die Potenziale und Grenzen kultureller Praktiken zwischen Schrift und Zeichnung diskutiert.

Literatur:

  • Leser, Florentine (2015): Schreiben zu Kunstwerken. Schreib-, literatur- und kunstdidaktische Perspektiven am Beispiel von Paul Klee. In: Kunst+Unterricht Themenheft „Literatur und Bild“, Heft 395/396, Seelze, S. 75-80.
  • Uhlig, Bettina (2015): Zeichnenwollen und Zeichnenkönnen. Zeichendidaktische Notate. In: Lutz-Sterzenbach, Barbara/Kirschenmann, Johannes (Hg.): Zeichnen als Erkenntnis. Beiträge aus Kunst, Kunstwissenschaft und Kunstpädagogik. München, S. 421-451.