Schüler, Lis: Sich einschreiben in narrative Muster – Schriftliches Erzählen im Kontext von Wort und Bild

 

Dienstag, 20.9.2016

11:15-12:00 Uhr

Lis Schüler (Universität Hamburg) Sich einschreiben in narrative Muster – Schriftliches Erzählen im Kontext von Wort und Bild

 

„Langsam trieben sie weiter und immer weiter, bis sie eine wunderschöne Stadt sahen.“ (Lia, Kl. 3)

Narrative Muster werden oftmals als strukturelle und sprachformale Aspekte des Textes verstanden, die schrittweise angeeignet werden müssten. Für den Narratologen David Herman existieren Erzählungen nicht (nur) im Text, sondern vor allem im Kopf des Rezipienten. Welche Relevanz hat die Vorstellung einer „Storyworld“ (Herman 2009) in produktiver Perspektive? Der Beitrag fokussiert die Bedeutung der Schreibvorgabe für das Erproben narrativer Muster beim schriftlichen Erzählen. Es wird gezeigt, welche Zugänge Vorgaben mit narrativem Gehalt (Sage, Gemälde, Figur) dafür eröffnen und in welche Muster sich Drittklässler(innen) aus bildungsfernen und bildungsnahen Wohngebieten im Kontext solcher Vorgaben einschreiben. Zentrale Ergebnisse der Studie, die narrative Muster als Grundlage für und Ergebnis von Transformationsprozessen betrachtet (vgl. Dehn 2005), werden vorgestellt.

Literatur:

  • Dehn, Mechthild (2005): Schreiben als Transformationsprozess. Zur Funktion von Mustern: literarisch – orthografisch – medial. In: Dehn, M./Hüttis-Graff, P. (Hrsg.): Kompetenz und Leistung im Deutschunterricht. Spielraum für Muster des Lernens und Lehrens. Freiburg, S. 8-32.
  • Herman, David (2009): Basic Elements of Narrative. Chichester: Wiley-Blackwell.

Kontakt: lis.schueler@uni-hamburg.de