Preußer, Ulrike: Leerstellen imaginieren – Leerstellen füllen: Aspekte literarischen Lernens bei der Comicrezeption

 

Dienstag, 20.9.2016

11:15-12:00 Uhr

Ulrike Preußer (Universität Duisburg-Essen) Leerstellen imaginieren – Leerstellen füllen: Aspekte literarischen Lernens bei der Comicrezeption

 

Um den Umgang von Kindern mit Leerstellen im Comic transparent machen zu können, sind verschiedene Comicstrips in mehreren dritten und vierten Schulklassen schrittweise aufdeckend gezeigt worden. Die Kinder haben dazu unterschiedliche, an der Struktur des jeweiligen Comics ausgerichtete Schreibaufträge erhalten. Die Texte der Kinder, die in diesem Kontext entstanden sind, weisen deutlich literarische Muster auf, die sowohl von der Vorgabe als auch von individuellem Vor- bzw. Kontextwissen motiviert sind. Außerdem fällt auf, dass die Kinder viele verschiedene Ansätze zeigen, um das im Comic Nicht-Ausformulierte, das Fehlende, Angedeutete, Ausgesparte (poetische Leerstellen vgl. Dotzler 2010) zu überdenken, zu benennen, zu hinterfragen und zu füllen. Im Beitrag werden daher die Kindertexte, Möglichkeiten ihrer Beschreibung, Grenzen ihrer Interpretation und Ideen zur Strukturierung der Vorgehensweisen, die Kinder im Umgang mit Leerstellen im Comic zeigen, vorgestellt.

Literatur:

  • Grünewald, Dietrich: „Das Prinzip Bildgeschichte. Konstitutiva und Variablen einer Kunstform“. In: Grünewald, Dietrich (Hrsg.): Struktur und Geschichte der Comics. Beiträge zur Comicforschung. Berlin: Chr. A. Bachmann 2010; S. 11-31.
  • Preußer, Ulrike: „Wie Kinder mit Leerstellen umgehen. Aspekte literarischen Lernens bei der Bilderbuchrezeption“. In: kjl&m extra 2015; S. 142-156.

Kontakt: ulrike.preusser@uni-due.de