Eichler, Leena: Literale Praxen als Orientierung beim Schreiben und Überarbeiten von Gedichten

 

Montag, 19.9.2016

15:00-15:45 Uhr

Leena Eichler (Universität Hamburg) Literale Praxen als Orientierung beim Schreiben und Überarbeiten von Gedichten

 

Um einen Text zu schreiben und ihn produktiv zu überarbeiten, benötigt der Schreibende Orientierung. Durch die Orientierung an etwas oder an jemandem kann er sich im Schreibprozess zurechtfinden und diesen bewältigen.

Wenn SchülerInnen vor die herausfordernde Schreibaufgabe gestellt werden, ein eigenes Gedicht zu verfassen, dann sehen sie sich einer Vielzahl von Anforderungen gegenüber, die gleichermaßen Potenzial bergen, komplexe Schreib- und Überarbeitungsprozesse anzuregen: Das Zusammenspiel von Form, Inhalt und Materialität der Textsorte schafft Gestaltungsspielraum; die relative Textkürze ermöglicht, den gesamten Text leicht im Blick zu behalten.

Der Beitrag widmet sich der Frage, welche Praxen, Formen und Inhalte eine stabile Orientierung ermöglichen und SchülerInnen somit zum Schreiben und Überarbeiten von Gedichten anregen und befähigen. Auf der Grundlage ausgewählter Text- und Audiotranskripte von Schreib- und Überarbeitungsprozessen von ViertklässlerInnen können Spuren kultureller Ressourcen nachgewiesen und didaktische Konsequenzen zur Gestaltung eines produktiven Schreib- und Überarbeitungskontextes abgeleitet werden.

Literatur:

  • Dehn, Mechthild/ Merklinger, Daniela/ Schüler, Lis (2011): Texte und Kontexte. Schreiben als kulturelle Tätigkeit in der Grundschule, Berlin: Kallmeyer/Klett.
  • Stegmaier, Werner (2008): Philosophie der Orientierung. Berlin/New York: Walter de Gruyter.
Kontakt: leena.eichler@web.de