Bär, Christina: Schriftkulturelles Wissen in kollaborativen Schreibprozessen.

 

Montag, 19.9.2016

11:15-12:00 Uhr

Christina Bär (Universität Koblenz-Landau) Schriftkulturelles Wissen in kollaborativen Schreibprozessen.

 

Als Akteure in einer Schriftkultur verfügen schon junge Schreiber im Grundschulalter sowohl über implizit erworbene als auch über schulisch vermittelte literale Praktiken, die auf Wissen, Können und Verstehen gründen (vgl. Dehn et al. 2011: 8; Reckwitz 2003: 292). Beim kollaborativen Formulieren eines Textes bringen sie dieses textproduktive Wissen in die gemeinsame Schreibsituation ein bzw. ko-konstruieren es im Austausch über das herzustellende Textprodukt. Anhand der dabei entstehenden Aushandlungsprozesse lässt sich unter einer rekonstruktiven und interpretativen Perspektive herausarbeiten, an welchem schriftkulturellen Wissen sich die Ko-Autoren beim gemeinsamen Schreiben eines Textes orientieren. Am Beispiel der Textsorte „Zusammenfassung“ soll exemplarisch gezeigt werden, welches textproduktive Wissen beim kollaborativen Formulieren des ersten Satzes gemeinsam hervorgebracht und entfaltet wird. Als empirische Grundlage der mikroanalytischen Darstellung dienen videobasierte Gesprächsdaten aus einem vierten Schuljahr.

Literatur:

  • Dehn, Mechthild/Merklinger, Daniela/Schüler, Lis (2011): Texte und Kontexte. Schreiben als kulturelle Tätigkeit in der Grundschule. Seelze: Kallmeyer/Klett.
  • Reckwitz, Andreas (2003): Grundelemente einer Theorie sozialer Praktiken. Eine sozialtheoretische Perspektive. In: Zeitschrift für Soziologie, Jg. 32, Heft 4, S. 282-301.

Kontakt: baer@uni-koblenz.de