Sektion 11: Schreiben als kulturelle Praxis

Leitung: Daniela Merklinger, merklinger@uni-koblenz.de Arne Wrobel, wrobel@ph-ludwigsburg.de Schreiben ist eine kulturelle Praxis, die sich im Kontext anderer kultureller Praxen vollzieht. Gemeint sind Formen des Lesens, des Sehens, des Vorstellens oder auch des Erinnerns, die historisch jeweils spezifisch wirksam werden und die unsere Kultur insgesamt prägen. Diese kulturellen Ressourcen, die Schreiber (implizit) rezeptiv und produktiv erworben haben, finden sich in ihren Schreib-produkten und -prozessen wieder. Die Bedeutung der unterschiedlichen kulturellen Praxen für das Schreiben soll  im Mittelpunkt der Sektionsarbeit stehen, denn sie sind in hohem Maße für didaktische Entscheidungen relevant: Welche kulturellen Praxen, welche Praktiken, Formen und Inhalte machen eine Kultur aus und welche Bedeutung können und sollen diese für schulisches Schreiben haben (und welche vielleicht auch nicht)? In der Sektion soll versucht werden, historische, gegenwärtige und sich eventuell abzeichnende zukünftige Praxen des Schreibens zu analysieren und hinsichtlich ihrer didaktischen Relevanz zu beleuchten:
  • Worin bestehen didaktische Potentiale, worin Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Schreibens zu literarischen und zu Sachtexten?
  • Welche Rolle spielen imaginative Prozesse für das Schreiben?
  • Welche Bedeutung haben die kulturellen Praxen des Lesens, Hörens, Sehens für die des Schreibens? In welcher Weise interagieren diese historisch und gegenwärtig miteinander?
  • Welche Bedeutung haben Schreibvorgaben (z. B. Kunstwerke, Literatur, Filme, Computerspiele, digitale Messenger, Blogs)?
  • Welche medialen Einflüsse prägen das gegenwärtige und zukünftige Schreiben? Welche Bedeutung hat etwa das Handschreiben, die Typographie von Texten?
Literatur:
  • Dehn, M./ Merklinger, D./Schüler, L. (2011). Texte und Kontexte. Schreiben als kulturelle Tätigkeit in der Grundschule. Seelze: Kallmeyer/Klett.
 

Sektionsprogramm

Montag

10:15 bis 11:00 Uhr – Einführung

11:15 bis 12:00 Uhr – Christina Bär: Schriftkulturelles Wissen in kollaborativen Schreibprozessen.

- Sascha Zielinski: Texteschreiben in heterogenen Gruppen. Eine rekonstruktive Analyse.

14:00 bis 14:45 Uhr – Norbert Kruse: Praktiken der Textgestaltung im Schreibunterricht der Grundschule – Beobachtungen auf der Grundlage von Videoanalysen

15:00 bis 15:45 Uhr – Leena Eichler: Literale Praxen als Orientierung beim Schreiben und Überarbeiten von Gedichten

Dienstag

10:15 bis 11:00 Uhr – Bettina Uhlig & Florentine Leser: Schreiben und Zeichnen als komplementäre Weltzugänge

11:15 bis 12:00 Uhr – Lis Schüler: Sich einschreiben in narrative Muster - Schriftliches Erzählen im Kontext von Wort und Bild

- Ulrike Preußer: Leerstellen imaginieren – Leerstellen füllen: Aspekte literarischen Lernens bei der Comicrezeption

14:00 bis 14:45 Uhr – Mechthild Dehn: Bildverstehen. Sprachformen für Unbestimmtheit und Ungewissheit

15:00 bis 15:45 Uhr – Martin Steinseifer: Konzipieren – Zum epistemischen Potential von Notizen als Form diagrammatischen Schreibens

Mittwoch

10:15 bis 11:00 Uhr – Sarah Rose: Literale Praktik(en) des argumentierend-erörternden Schreibens in den Fächern Deutsch, Geschichte und Biologie

11:15 bis 12:00 Uhr – Julienne Furger: Schulische Schreibkultur im Wandel

- Carolin Donhauser: Das Schreiben zu literarischen Texten als Herausforderung – Formulierungsfähigkeiten in der Sek II systematisch fördern

14:00 bis 14:45 Uhr – Miriam Langlotz: Spuren des Literarischen – Imitation als Instrument des Schreibens

15:00 bis 15:45 Uhr – Jana Zegenhagen: Schreiben: Biographie und Bedeutung. Kontextuelle und individuelle Bedingungen für bedeutsames Schreiben