Schulte, Brigitte: Schulbuchforschung: Interkulturelles Lernen in Lesebüchern

 

Mittwoch, 21.9.2016

14:00-14:45 Uhr

Brigitte Schulte (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend, Wissenschaft, Berlin) Schulbuchforschung: Interkulturelles Lernen in Lesebüchern

 

Welche Rolle spielen Unterrichtsmaterialien zur Unterstützung oder zur Behinderung interkultureller Lernprozesse? Anders als in anderen Fachdidaktiken gibt es zum interkulturellen Lernen in und mit Deutschlehrwerken nur wenige Untersuchungen, die zudem keine Konsequenzen für den Unterricht ableiten. Um diese Forschungslücke zu schließen, analysiert die vorgestellte Studie Textauswahl /Aufgaben in aktuellen integrativen Lesebüchern nach der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse hinsichtlich des dort vertretenen Konzepts interkulturellen Lernens.

Ergebnis: Der Blick in fremde Welten beschränkt sich thematisch, stilistisch und im Bereich der Normen und Werte überwiegend auf die großen europäischen Bildungskulturen und Nordamerika. Die Darstellung innergesellschaftlicher Heterogenität nimmt einen geringen Raum ein, dabei wird Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt überwiegend problem- und nicht ressourcenorientiert behandelt. Lesebücher betonen tendenziellkulturelle Differenzen und vertreten somit ein überholtes Konzept interkultureller Bildung.

Literatur:

  • Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Bildung und Integration „Schulbuchstudie Migration und Integration“. Berlin, 2015.
  • Brigitte Schulte „Interkulturelles Lernen in Lesebüchern“. Baltmannsweiler, 2014.

Kontakt: brigitte@schulte.net