Sektion 10: Kulturen der Mehrsprachigkeit

Leitung: Julia Ricart Brede, Euopa-Universität Flensburg, julia.ricart.brede@uni-flensburg.de Stefan Jeuk, PH Ludwigsburg, jeuk@ph-ludwigsburg.de Viele Kinder und Jugendlichen an deutschen Schulen haben einen so genannten „Migrationshintergrund“. Während einige einen deutschen Pass haben und ihre Familien teilweise seit mehreren Generationen in Deutschland leben, erfährt das Thema Migration aufgrund der neuen Flüchtlingswellen Konjunktur. Für viele Schülerinnen und Schüler stellt Deutsch demnach eine Zweitsprache dar; doch auch wenn sie nicht immer zweisprachig sind, wachsen sie i. d. R. „bikulturell“ auf. Eine wesentliche Folge der Migration ist, dass die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler mehrsprachig und mehrkulturell wurde. Im Unterricht schlägt sich dies nur teilweise nieder: Curricula und Konzepte wurden und werden eher mit ausschließlichem Fokus auf „Deutsch als Zweitsprache“ oder „Sprachförderung“ entwickelt; noch nicht angekommen ist häufig, dass Mehrsprachigkeit für alle Schülerinnen und Schüler ein wichtiger Lerngegenstand ist und daher integraler Bestandteil jeglichen Deutsch- und Sprachunterrichts sein müsste. Erwünscht sind empirische, theoretische und didaktische Beiträge, die u. a. folgenden Fragen nachgehen:
  1. In welchem Verhältnis stehen sprachlich heterogene Ausgangslagen und Transkulturalität zueinander? Wie wird auf den Normalfall Transkulturalität im Deutschunterricht eingegangen?
  2. Welche Bedeutung hat das „Bildungsziel Mehrsprachigkeit“ für den Deutschunterricht?
  3. Welcher Stellenwert kann verschiedenen Sprachen und Kulturen im Deutschunterricht zukommen?
  4. Über welche Kompetenzen verfügen Lehrkräfte hinsichtlich Mehrsprachigkeit und Transkulturalität?
Literatur:
  • Luchtenberg, Sigrid (2009): Vermittlung interkultureller sprachlicher Kompetenz als Aufgabe des Deutschunterrichts. In: Nauwerck, Patricia (Hrsg.): Kultur der Mehrsprachigkeit. Freiburg i. Br.: Fillibach, S. 277-289.
  • Oomen-Welke, Ingelore (1999): Sprachen in der Klasse. In: Praxis Deutsch, Heft 157, S. 14-23.

Sektionsprogramm

Montag

10:15 bis 11:00 Uhr – Christian Efing: Kulturbegriff, Zielgruppen und Themen einer interkulturellen Sprachdidaktik Deutsch

11:15 bis 12:00 Uhr – Peter Zanker: Bedeutungsorientierter Kulturbegriff als Grundlage einer kultursensiblen Deutschdidaktik

14:00 bis 14:45 Uhr – Annemarie Saxalber: Sprachliche Grundbildung in einem mehrsprachigen Bildungskontext, geht das?

15:00 bis 15:45 Uhr – Jasmin Benz: Eine Wirksamkeitsstudie zu Lehrerfortbildungen im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

Dienstag

10:15 bis 11:00 Uhr – Lena Bien: Umgang mit Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht. Eine empirische Studie zu Kognitionen von Lehrerinnen und Lehrern

11:15 bis 12:00 Uhr – Katrin Huxel: Sprachaufmerksamkeit durch Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht der Grundschule

14:00 bis 14:45 Uhr – Diana Maak: „,Es gibt Menschen unterschiedlicher Nationalität, mit unterschiedlichen Sprachen, die unterschiedliche Produkte verwenden.´ Und dann?“ Lebensweltliche Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht

15:00 bis 15:45 Uhr – Zeynep Kalkavan-Aydın: Sprachentwicklung und Sprachaufmerksamkeit am Übergang in die Grundschule – Vom „ungesteuerten“ Erwerb zum institutionellen und konzeptionell schriftlichen Input am Beispiel von Präpositionen

Mittwoch

10:15 bis 11:00 Uhr – Heidi Rösch & Nicole Bachor-Pfeff: Mehrsprachliche Bildung. Entwicklung und Erprobung von Language-Awareness-Konzepten im Unterricht aller Fächer (Fokus Wortschatzarbeit)

11:15 bis 12:00 Uhr – Judita Kanjo: Literature Awareness am Beispiel von Texten aus dem ehemaligen Jugoslawien

14:00 bis 14:45 Uhr – Brigitte Schulte: Schulbuchforschung – Interkulturelles Lernen in Lesebüchern

15:00 bis 15:45 Uhr – Anne Kathrin Wenk: Das interlinguale Potenzial sprachlichen Wissens – Möglichkeiten der Förderung von Schreibfähigkeiten bilingualer Schülerinnen und Schüler