Pieper, Irene: Praktiken der Gegenstandskonstitution im Literatur- und Deutschunterricht

 

Mittwoch, 21.9.2016

10:15-11:00 Uhr

Irene Pieper (Universität Hildesheim) Praktiken der Gegenstandskonstitution im Literatur- und Deutschunterricht

 

Zentrale Bildungsziele des Deutschunterrichts richten sich auf die Eröffnung kultureller Partizipations- und Handlungsmöglichkeiten. Bildungssoziologisch betrachtet werden die kulturellen Gegenstände über ihre Verortung im schulischen Raum bewahrt und legitimiert. Richtet man den Blick auf den kulturellen Prozess des Unterrichts, zeigen sich allerdings Spannungen: Die Eröffnung kultureller Partizipationsmöglichkeiten wird über routinisierte Praktiken der Unterrichtskommunikation potentiell ebenso unterlaufen wie über die Re-Inszenierung literarischer Medien als Artefakte zweiter Ordnung, nämlich als Lehr-/Lernmedien, die über Schulbücher, Arbeitsblätter etc. eingespielt werden. Szenarien integrativen Deutschunterrichts fokussieren ebenfalls gegenstands- und lernerferne Aspekte. Unter dem Gesichtspunkt der Gegenstandskonstitution wird den Dynamiken unterrichtlicher Inszenierungen nachgegangen und nach den Möglichkeiten einer gegenstands- und lernernahen Gestaltung des Unterrichts gefragt.

Literatur:

  • Ursula Bredel/Irene Pieper (2015): Integrative Deutschdidaktik. Paderborn: Schöningh (StandardWissen Lehramt).
  • Marie Lessing-Sattari/Maike Löhden/Almuth Meissner/Dorothee Wieser (Hg.) (2015): Interpretationskulturen. Literaturdidaktik und Literaturwissenschaft im Dialog über Theorie und Praxis des Interpretierens. Frankfurt/M. u.a.: Peter Lang (Beiträge zur Literatur- und Mediendidaktik 27).