Ossner, Jakob : Zur Kultur des Grammatikunterrichts und der Grammatikdidaktik

 

Dienstag, 20.9.2016

14:00-14:45Uhr

Jakob Ossner (Tettnang): Zur Kultur des Grammatikunterrichts und der Grammatikdidaktik

 

Gegenüber neuen Konzepten hat sich der Gram­matik­unterricht, wie sowohl Sprachbücher als auch Stundentranskripte zeigen, erstaunlich persistent gezeigt. Mit Herrlitz kann man sagen, dass sich zwar die Rhetorik etwa alle 15 bis 20 Jahre ändert, nicht dagegen die Praxis. Der jüngste Versuch, Einfluss auf den Grammatikunterricht zu nehmen, ist die Initiative des Arbeitskreises zur grammatischen Terminologie (www.grammatischeterminologie.de). Anders als bei bisherigen Konzepten soll aber nicht ein „neuer“ Grammatikunterricht propagiert werden. Vielmehr handelt es sich um ein Instrument für die Lehrpersonen, Unterricht auf einer fachlich korrekten und didaktisch transparenten Grundlage zu gestalten. Nicht der Grammatikunterricht (zu den Methodiken vgl. Gornik 2003) steht im Fokus, sondern die Grammatik für den Unterricht. Dies folgt der Einsicht, dass sich die Sprachdidaktik nicht als Mutter des Grammatikunterrichts fühlen sollte. Sie hat wie auch die Sprachwissenschaft ihre eigene Kultur, denn Kultur ist nie nur Übernahme.

Literatur:

  • Wolfgang Herrlitz (1998): Zum Denkstil der Sprachdidaktik. Elemente eines komparativ inspirierten Forschungskonzeptes. In: H. Giese & J. Ossner (Hrsg.): Sprache thematisieren. Freiburg: Fillibach, S. 167-190.
  • Hildegard Gornik (2014): Methoden des Grammatikunterrichts. In: Bredel et al. (Hrsg.): Didaktik der deutschen Sprache. Ein Handbuch. Bd. 2, Paderborn: Schöningh, S. 814-829.

Kontakt: ossner@onlinehome.de