Dix, Annika: Didaktische Gattungen. Wie trägt der Ereignisbericht als schulsprachliche Textform zum kulturellen Lernen bei?

  Montag, 19.9.2016 14:00-14:45 Uhr
Annika Dix (Justus-Liebig-Universität Gießen) Didaktische Gattungen. Wie trägt der Ereignisbericht als schulsprachliche Textform zum kulturellen Lernen bei?
 
Kulturelles Lernen umfasst unter anderem domänen- und fachspezifische Lerngegenstände. Im Deutschunterricht sehr prominent sind dabei Textformen zur Förderung schriftsprachlicher Fähigkeiten, sog. 'Aufsatzarten. Hinter solchen (text-)didaktischen Gattungen (Feilke 2012) stehen sprachliche Handlungsmuster, die im schulischen Kontext zu lehrbaren Formen gemacht werden bzw. ausschließlich in solchen Lehr-Lern-Zusammenhängen eine Relevanz haben. Vertreter einer pragmatisch orientierten Schreibdidaktik kritisieren, die Fokussierung unterrichtlichen Lernens auf die sprachliche Form führe zu artifiziellen Gegenständen und normativen Vorgaben. Im Beitrag soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern didaktische Gattungen notwendiger- und sinnvollerweise normativ sind, um einen Transmissionsriemen für das kulturelle Lernen zu bilden indem sie die Schreibentwicklung stützen. Das Konzept stellt bewusst den Übergangscharakter (Transitorik) der für sie geltenden sprachlichen Normen und Vorgaben heraus. Am Beispiel des Ereignisberichts werden schulsprachliche Verwendungsmuster durch die Analyse von Unterrichtsaufzeichnungen empirisch rekonstruiert und im Hinblick auf ihre Potenziale und Grenzen für das kulturelle Lernen untersucht.   Literatur:
  • Feilke, Helmuth (2012): Schulsprache. Wie Schule Sprache macht. In: Günthner, Susanne et al. (Hrsg.): Kommunikation und Öffentlichkeit: Sprachwissenschaftliche Potenziale zwischen Empirie und Norm. Berlin, S. 153-179.
Kontakt: Annika.Dix@germanistik.uni-giessen.de