Bock, Bettina M.: Sprachkulturelles Lernen mit Texten in „Leichter Sprache“?

 

Dienstag, 20.9.2016

11:15-12:00/12:30 Uhr

Bettina M. Bock (Universität Leipzig) Sprachkulturelles Lernen mit Texten in „Leichter Sprache“?

 

Der Beitrag fokussiert auf eine spezifische Form kulturellen Lernens, und zwar das sprachkulturelle Lernen/Sprachkultiviertheit (i. S. v. Janich 2004). Gegen-stand sind Texte in sog. „Leichter Sprache“. Untersucht wird, welcher Art das sprachliche und sprachkultu­rel­le Wissen in der­zeitigen „LS“‐ Texten ist und welche Schlussfolgerungen daraus für den Einsatz im Deutsch­unterricht gezogen werden können. Schüler erlernen mit sprachlicher Bildung nicht nur Wörter und sprachliche Strukturen, sondern treten in einen „Denk‐ bzw. Bildungsraum innerhalb eines kul­turellen Kontextes“ ein (König/Friedrich 2015: 11). Zum sprachkulturellen Lernen gehört daher auch das Wissen um die Vielfalt von Normen, Wissen um die verschiedenen Funktionen von Sprache etc. Die derzeitige „Leichte Sprache“-Praxis bildet dazu einen Kontrast: Die („regelkonformen“) Texte bieten einen nur sehr beschränkten sprachlichen (und inhaltlichen) Input. Es ist aber sowohl Unter- als auch Überforderung zu vermeiden. Vor dem Hintergrund empirischer Ergebnisse soll die derzeitige Praxis kommentiert werden.

Literatur:

  • Janich, Nina (2004): Die bewusste Entscheidung. Eine handlungsorientierte Theorie der Sprachkultur.Tübingen.
  • König, Anke/Friedrich, Tina (2014): Vorwort: Inklusion durch Sprachliche Bildung - Schlüssel fürgesellschaftliche Teilhabe von Anfang an. In: Dies. (Hg.): Inklusion und Sprachliche Bildung. Neue Herausforderungen im Bildungssystem. Weinheim [u.a.], S. 9–15;

Kontakt: bettina.bock@uni-leipzig.de

Projektgruppe: BMAS-Projekt „Leichte Sprache im Arbeitsleben“ (LeiSA)