Sektion 1: Kultur(en) des Deutschunterrichts – Kulturelles Lernen im Deutschunterricht

Leitung: Helmuth Feilke, Helmuth.Feilke@germanistik.uni-giessen.de Dorothee Wieser, dorothee.wieser@tu-dresden.de Der Deutschunterricht ist von unterschiedlichen Vorstellungen zum Verhältnis von Lehren und Lernen geprägt. Welche Konsequenzen hat es, wenn er nicht primär durch seinen Bezug auf das lernende Individuum, sondern als kultureller Prozess verstanden wird? Was sind theoretische Konzepte einer solchen Sicht und welche praktischen Konsequenzen haben sie? Berührt sind einschlägige und oft kontroverse Fragen zum Unterricht: Was bedeutet „Situiertheit“ bei der Aufgabenentwicklung? Was können „Vormachen“ und „Zeigen“ leisten und welche Rolle spielt das implizite Lernen am (Lehrer-)Modell? Wo liegen die Potentiale und Grenzen didaktisch hergestellter Lerngegenstände („Artefakte“), z.B. didaktischer Textformen? Wie steht die erwünschte Dialogizität des Unterrichtsgesprächs zu den als „Praktiken“ etablierten Kommunikationsformen des Unterrichts? Solche Fragen erfinden den Deutschunterricht nicht neu, aber sie können auf (allzu) Bekanntes möglicherweise ein neues Licht werfen. In der Sektion soll das Potential des theoretischen Konzepts des kulturellen Lernens kritisch diskutiert und didaktisch perspektiviert werden ‒ beispielsweise mit Blick auf die notwendige Normativität unterrichtlicher Kulturen. Erbeten werden Beiträge, die einen begrifflichen Aspekt der Kulturalität des Lernens aufgreifen und ‒ bevorzugt auch empirisch gestützt ‒ Konsequenzen der Sichtweise für ein exemplarisches Praxisfeld des Sprach- oder Literaturunterrichts diskutieren. Literatur:
  • Michael Tomasello/Ann Cale Kruger/Hilary Horn Ratner (1993): Cultural learning. In: Behavioral and Brain Sciences, S.495-511 + Diskussion 512-552.
  Sektionsprogramm  Montag 10:15 bis 11:00 Uhr – Helmuth Feilke & Dorothee Wieser: Einführung 11:15 bis 12:00 Uhr – Bernard Schneuwly: Textgenres: Werkzeuge von Erstsprachunterricht als kulturelles Lehren und Lernen 14:00 bis 14:45 Uhr – Annika Dix: Didaktische Gattungen – Wie trägt der Ereignisbericht als schulsprachliche Textform zum kulturellen Lernen bei? 15:00 bis 15:45 Uhr – Lars Rüßmann: Schreibförderung durch Sprachförderung – Eine Interventionsstudie zur Wirksamkeit von Schreibarrangements in der mehrsprachigen Sekundarstufe l   Dienstag 10:15 bis 11:00 Uhr – Torsten Pohl: Modelllernen und Musterlernen im Unterrichtsdiskurs 11:15 bis 12:00/12:30 Uhr – Bettina M. Bock: Sprachkulturelles Lernen mit Texten in „Leichter Sprache“?Christiane Hochstadt: Mimesis als Konzept kulturellen Lernens im Deutschunterricht 14:00 bis 14:45 Uhr – Jakob Ossner: Zur Kultur des Grammatikunterrichts und der Grammatikdidaktik 15:00 bis 15:45 Uhr – Torsten Pflugmacher: Kulturelles Lernen in Abhängigkeit von fachlichen Lernkulturen – Eine praxeologische Rekonstruktion zur Kultur der Perspektivenübernahme als stellvertretende Deutung im Prozess der Literaturvermittlung   Mittwoch 10:15 bis 11:00 Uhr – Irene Pieper: Praktiken der Gegenstandskonstitution im Literatur- und Deutschunterricht 11:15 bis 12:00Uhr – Florian Radvan: Effi meets Effi meets Effi – Lektüren und (historische) Lesarten 12:00 bis 12:30Uhr – Zwischendiskussion 14:00 bis 14:45 Uhr – Marco Magirius: Vom Brückenbauen – Zur Verbindung akademischer und schulischer Interpretationskulturen durch Studierende 15:00 bis 15:45 Uhr – Michael Kämper-van den Boogaart: Praktiken, Praxen und Kulturen im Literaturunterricht